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"Was verstehen Sie unter Zivilcourage?"

Veröffentlicht am 24.05.2014 14:54h

 Mit dieser Frage müssen Sie im Vorstellungsgespräch bei der Polizei rechnen.

Eine Gesellschaft mit Bürgern ohne Zivilcourage verliert jeglichen inneren Zusammenhalt. Andererseits kann Zivilcourage einen das Leben kosten, wenn man etwa an Dominik Brunner denkt, der Kinder vor jugendlichen Schlägern schützen wollte und auf brutale Weise totgetreten wurde.

Letztlich gilt es mit dieser Frage herauszufinden, ob jemand bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich für andere einzusetzen – auch wenn persönliche Nachteile damit verbunden sein können.

Wie würden Sie die Frage nach der Zivilcourage beantworten? Oder anders: Wie finden Sie die folgenden Antworten?

Bewerber A

„Unter Zivilcourage verstehe ich, dass man zum Beispiel einschreitet – möglichst mit anderen gemeinsam – wenn jemand im Zug belästigt wird. Auch, wenn man persönlich Ärger bekommt könnte oder seinen Anschlusszug verpasst.“

Bewertung

Eine passende Antwort.

Bewerber B

„Unter Zivilcourage verstehe ich, unbequeme Dinge auszusprechen, bei denen man mit Gegenwind rechnen muss. Ich finde, dass zum Beispiel viele Menschen sich um eine klare Aussagen drücken, um ja nicht anzuecken. Um wenn jemand doch mal sagt, was er denkt, gibt es ein großes Geschrei. Auch privat wünsche ich mir in eigener Sache, dass man mir offen die Meinung sagt, statt hinter dem Rücken Kritik zu äußern.“

Bewertung

Dies ist ein nicht unwesentlicher Aspekt von Zivilcourage, aber es fehlt das in Schutz nehmen Schwächerer, die drangsaliert werden.

Bewerber C

„Zivilcourage heißt für mich, sich für andere verantwortlich zu fühlen und Schwächere zu beschützen, wenn diese bedroht werden oder eben in Not sind. Man darf sich dabei aber nicht selbst überschätzen und vor allem darf man einen Konflikt nicht noch anheizen. Ich würde immer erst einmal mit Worten versuchen, einen Streit zu schlichten. Wegschauen und so zu tun, als ginge mich die Sache nichts an, käme für mich nicht in Frage. Da verstehe ich unter Zivilcourage.“

Bewertung

Dem ist nichts hinzu zu fügen.

Und hier ist ein typischer Fall aus dem Alltag aus dem „Hamburger Abendblatt“:

Jugendliche verprügeln Frau auf der Straße

„Ein 18-Jähriger hat in Bremen eine Frau gerettet, die auf der Straße von Jugendlichen verprügelt worden ist. Die Frau hatte beobachtet, wie zwei Jugendliche eine Flasche auf den Boden warfen. Als sie die beiden Jungen darauf ansprach, schlug ihr einer von beiden mit den Fäusten ins Gesicht. Der 18-Jährige packte den Angreifer am Arm und zog ihn von der Frau, die am Boden lag, weg. (...).“

Quelle:
Claus Peter Müller-Thurau: Erfolgreich bewerben bei Polizei, Bundeswehr und Zoll. Haufe Lexware 2014

 

 
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