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„Wie richten Sie sich nach einem Misserfolg wieder moralisch auf?“

Veröffentlicht am 8.04.2014 13:43h

Worum es bei dieser Frage im Vorstellungsgespräch geht

Ein erfülltes und erfolgreiches Leben ist ohne Niederlagen undenkbar. Jeder Fortschritt ist nur durch das Prinzip „Versuch und Irrtum“ zu haben – das mögliche Scheitern gehört grundsätzlich dazu. Viele Bewerber haben eine falsche Einstellung zu ihren mehr oder weniger scharfen Biegungen im Lebenslauf und treten dadurch unsicher auf.

Gesucht werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die einen langen Atem haben, geduldig auf den Erfolg hinarbeiten und Misserfolge wegstecken können. Die weder vorschnell an sich zweifeln, noch an der Aufgabe verzweifeln, sondern Herausforderungen mit einem „Jetzt gerade!“ beantworten. Gehen Sie deshalb freimütig-offensiv mit den kleinen oder größeren Niederlagen in Ihrem Lebenslauf um. Und zeigen Sie auf, wie Sie sich nach einer persönlichen Kalamität wieder „berappelt“. Das hat eine Menge mit Ihrer persönlichen Zukunftsfähigkeit zu tun.

Wie finden Sie die folgenden Antworten von Bewerbern auf die Frage nach dem Umgang mit Misserfolgen?

Bewerber A

„Ach – bisher habe ich im Leben eigentlich immer Glück gehabt. So richtig schief gegangen ist bei mir eigentlich noch nichts.“

Bewertung

Selbst wenn es stimmt, ist dies keine glückliche Antwort. Man könnte zu dem Schluss gelangen, dass der Bewerber in seinem bisherigen Leben keine Chance hatte, auch nur ein Mindestmaß an Frustrationstoleranz zu entwickeln. Die ist nämlich nur zu haben, wenn auch ’mal etwas nicht rund läuft.

Bewerber B

„Die beste Therapie ist für mich Musik hören oder Joggen. Da bin ich nach kurzer Zeit wieder gut ’drauf.“

Bewertung

Geht in Ordnung, aber es gibt bessere Antworten.

Bewerber C

„Erst einmal mache ich eine Ursachenanalyse: Was ist warum schief gegangen? Vor allem suche ich dabei nach meinem persönlichen Anteil am Scheitern: Was habe ich falsch eingeschätzt? Habe ich mich nicht ausreichend informiert oder auf eine Sache vorbereitet? Und dann suche ich nach dem Guten am Schlechten: Hat mich die Niederlage vor Schlimmerem bewahrt? Was habe ich daraus für die Zukunft gelernt? Wichtig ist für mich auch, die Dinge nicht in sich ’reinzufressen, sondern mit anderen darüber zu sprechen.“

Bewertung

Dem ist nichts hinzu zu fügen.

Dos und Dont’s zum Umgang mit Niederlagen

  • Setzen Sie sich mit Ihren Misserfolgen auseinander!
  • Was ist in Ihrem bisherigen Leben nicht so gelaufen, wie Sie sich das erhofft haben?
  • Wie hoch war Ihr persönlicher Anteil am Scheitern?
  • Welche Rolle spielten die „Umstände“?
  • Was war das Gute am Schlechten? Was also haben Sie aus den Misserfolgen für sich persönlich gelernt?
  • Niemals voreilig das persönliche Scheitern anderen in die Schuhe schieben. Auf solche Bewerber reagiert jeder Personalbeschaffer allergisch.

Claus Peter Müller-Thurau: 101 Fragen und Antworten im Vorstellungsgespräch. Haufe Verlag, 4. Auflage 2011. Kindle Edition 2014

 

 
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