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"Warum haben Sie sich bei der Polizei beworben?"

Veröffentlicht am 7.05.2014 16:17h

Tipps von Prof. Dr. Reimer Eggers, Akademie der Polizei Hamburg

  • „Im Vorstellungsgespräch wird häufig gefragt:‚Warum wollen Sie zur Polizei?’ Dann sollte man wahrheitsgemäß antworten und nicht so, wie man glaubt, dass die Prüfungskommission es hören möchte.“
  • „Auf die Frage ‚Haben Sie sich schon woanders beworben?’ sollten Sie ehrlich antworten.“
  • „Sie brauchen keine Angst vor unfairen Psycho-Fragen haben – die sind bei uns nämlich verboten.“

 Klare Linie – dennoch ist es nicht von Nachteil, sich taktisch klug zu verhalten. Das muss man später im Beruf bei der Polizei ja auch können.

Worum es bei dieser Frage nach den Motiven für die Bewerbung als Polizist geht

Im Idealfall ist eine Bewerbung eine kleine Liebeserklärung. So zumindest sehen und hätten es gern die Anbieter von Ausbildungs- und Studienplätzen bei der Polizei. Das gilt im Grunde für jedes Unternehmen: Man möchte „auserwählt“ sein. Keine Organisation ist an neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern interessiert, die nur „unterkommen“ möchten – also bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einer Anstellung beliebig vorgehen. Ein wenig Herzblut sollte schon dabei sein.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Mitglied in der Auswahlkommission: Wie finden Sie die folgenden Antworten auf die obige Frage?

Bewerber A

„Warum ich mich bei der Polizei beworben habe? Ich will etwas mit Menschen machen. Ich möchte einfach anderen helfen. Und deshalb habe ich mich schon immer für die Polizei interessiert. Das zeigt sich schon daran, dass ich mir immer gern Krimis im Fernsehen ansehe.“

Bewertung

Es ist keine gute Idee, die Motivation für den Polizeiberuf über Krimis zu begründen. Und das Bekenntnis, man möchte „etwas mit Menschen“ machen, ist recht platt. Das ist also keine gute Antwort.

Bewerber B

 „Ich habe mich schon immer für die Polizei interessiert. Und als ich dann gelesen habe, dass Nachwuchskräfte gebraucht werden, habe ich die Initiative ergriffen und mich beworben. Ich finde die Aufgaben bei der Polizei einfach spannend und vielseitig.“

Bewertung

Geht in Ordnung.

Bewerber C

„Nun – ich habe mir lange überlegt, welcher Beruf gut zu mir passen könnte. Ich arbeite gern im Team, treibe viel Sport und gehe dabei auch mal an meine Leistungsgrenze. Außerdem übernehme ich gern Verantwortung für andere, halte mich für pflichtbewusst und bin ich mobil. Ja – und da denke ich, dass der Polizeiberuf zu mir passt.“

Bewertung

Überzeugend.

Argumente für die Bewerbung als Polizeibeamter sammeln

Der zukünftige Erfolg eines Bewerbers hängt erheblich davon ab, ob er in einer Organisation bzw. einem Unternehmen seine „berufliche Heimat“ findet. Es geht also um die Frage, ob sich ein Kandidat mit den Aufgaben und Zielen seines zukünftigen Dienstherrn identifizieren kann. Im Vergleich zu einem Unternehmen der Privatwirtschaft sind die Bürgerinnen und Bürger der eigentliche Arbeitgeber der Polizei. Und sie sind gegebenenfalls auch die Leidtragenden, wenn ungeeignete Frauen und Männer mit hoheitlichen Aufgaben betraut werden.

Gründe für den Berufswunsch der Polizistin bzw. des Polizisten lassen sich auf den folgenden Gebieten finden:

  •  Welche grundsätzlichen Ziele verfolgt die Organisation der Polizei?
  • Welche Aufgaben sind zu erledigen, um diese Ziele zu erreichen?
  • Welche persönlichen Stärken passen besonders gut zu den Berufsanforderungen?
  • Welche möglichen Vorzüge hat die Größe der Organisation?
  • Welchen Stellenwert haben Kameradschaft und Teamarbeit?
  • Wie ist die Altersstruktur bei der Polizei?
  • Gibt es ein besonderes Erlebnis, das das Bild von Polizei positiv beeinflusst hat?
  • Gibt es in der Familie oder im Bekanntenkreis einen besonderen Bezug zur Polizei?

Quelle:

Claus Peter Müller-Thurau: Erfolgreich bewerben bei Polizei, Bundeswehr und Zoll. Haufe Verlag, 2. Auflage 2014

 
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